Wirtschaftsapéro: China und Konjunktur


Wirtschaftsapéro: Optimismus zum Jahresende

Am 15. November trafen sich die Entscheidungsträger von Mitglieder-Unternehmen des swissT.net am Wirtschaftsapéro im Zürcher Kino Riffraff. Die Grundstimmung, die dabei vermittelt wurde: Handel mit China lohnt sich – und für die nächste Zeit ist weiterhin mit stabilem Wirtschaftswachstum zu rechnen.

Wirtschaftsapéro: Optimismus zum Jahresende

Verbandspräsident René Brugger begrüsste die «Kinobesucher» mit einer guten Nachricht: Nearshoring liegt im Trend – sogar Textilproduzenten kehren den asiatischen Produktionsländern den Rücken und fabrizieren wieder in Europa. Und das in vielen Branchen: Die Konsumenten bestehen zunehmend auf europäische Produkte, die Produktion wird flexibler, die Lieferfristen kürzer und die Umweltbelastung durch lange Transportwege sinkt. Es wird weniger «auf Halde» produziert, die Qualität steigt, der Bekleidungsmüll geht zurück. Produktion in Europa lohnt sich wieder, auch für uns! Und doch darf man den Fernen Osten nicht aus den Augen lassen ...

China – globaler Player mit Ambitionen

Daniel Bont, Senior Consultant China von Swiss Global Enterprise S-GE, und Lutz Berners, Präsident von Berners Consulting Global, informierten als erfahrene China-Experten über die Handelsbeziehungen mit dem Reich der Mitte.

Zur Situation der chinesischen Wirtschaft: Nach einem rasanten Anstieg des BIP ab 1990 flacht sich das Wachstum heute langsam ab, doch die Ambitionen bleiben. Bis 1820 war China nämlich eine weltweit führende Wirtschaftsmacht und erbrachte 1/4 der globalen Wirtschaftsleistung; nach einem kontinuierlichen Abstieg ab 1820 bis 1950 (Stichworte: Kolonialisierung, Industrialisierung des Westens, Revolution und Krieg in China) fing sich die chinesische Wirtschaft in der 2. Hälfte des 20. Jh. wieder auf. Heute liegt sie bereits wieder gleichauf mit West­europa, und bis 2049 will sie wieder an die Weltspitze («Made in China 2025»).

Zusammenarbeit mit China lohnt sich

Die Internationalisierung Chinas bietet für westliche Unternehmen Chancen; allerdings darf sie nicht mit einer Öffnung der chinesischen Wirtschaft verwechselt werden, denn der einheimische Markt wird immer noch mit Handelshemmnissen geschützt.

Die weiterhin steigenden Löhne, das Interesse an westlichen Produkten und der technische Vorsprung des Westens in verschiedenen Bereichen machen China weiterhin interessant für Kooperationen. 2016 – 2025 ist das definierende Jahrzehnt für die erfolgreiche Zusammenarbeit!

Die Gefahr durch die Strategie «Made in China 2025» wird von den Referenten als überbewertet angeschaut: Neben China haben über 80 Länder langfristige Industriestrategien definiert, darunter auch die USA. Zusammen machen sie 90% der Weltwirtschaft aus. Die meisten sind gut unterwegs und dürften dem aufstrebenden China die Stirne bieten können.

Auch die Firmenübernahmen durch chinesische Unternehmen sehen die Referenten positiv: Im Allgemeinen sind sie auf Langfristigkeit und Reputationszuwachs ausgerichtet. Deshalb bringt es oft beiden Seiten Vorteile. Allerdings dauern solche Übernahmeprozesse oft viele Jahre. Im Umgang mit China muss man immer langfristig denken und geduldig sein!

Am 15. November trafen sich die Entscheidungsträger von Mitglieder-Unternehmen des swissT.net am Wirtschaftsapéro im Zürcher Kino Riffraff.

Konjunktur trotzt politischen Unsicherheiten

Unter diesem Motto stand der Ausblick von Jan-Egbert Sturm, Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH. Er begann mit dem Blick auf die Schweiz und stellte fest: Nur selten sind sich die Umfrageteilnehmer bei der Geschäftslagebeurteilung so einig wie heute. In sämtlichen Branchen herrscht eine positive Grundstimmung. Allerdings geht es der Romandie, der Nordwestschweiz und dem Tessin weniger gut als dem Rest der Schweiz.

Was auch auffällt: In den letzten Monaten haben sich bei allen die Erwartungen etwas eingetrübt.

Rechnet man die Sonderfaktoren Fussball-WM/EM und Olympische Spiele heraus (die jeweiligen exorbitanten Lizenzzahlungen an die in der Schweiz domizilierten Dachverbände verfälschen die BIP-Zahlen), liegen nach dem Boomjahr 2018 mit einem BIP-Zuwachs von 2.8 % in den nächsten beiden Jahren immer noch stabile je 1.8 % drin. Der Rückgang liegt am nachlassenden Aussenhandel, der aber 2020/21 wieder anziehen dürfte.

Weltkonjunktur: verhalten positive Aussichten

Und die Weltwirtschaft? Jan-Egbert Sturm setzt auf die Vernunft der Staats- und Wirtschaftslenker – auf einen vernünftig ablaufenden Brexit, eine vernünftige Regelung mit Italien und vernünftige Reaktionen auf sprunghafte Aktionen von Donald Trump. So wird sich die Weltkonjunktur auf einem guten Niveau beruhigen, und die Schweiz wird wie üblich mit der Weltwirtschaft mithalten. Die Inflationsrate wird sich in etwa mit der Entwicklung des Ölpreises decken und bei 0.8 % liegen.

Grundtenor: Auch wenn vielerorts übervorsichtig und ins Negative tendierend prognostiziert wird, wird es nicht so schlimm herauskommen; irgendwie wird es schon gehen, und die Weltwirtschaft wird sich durch Unsicherheiten nicht wesentlich einbremsen lassen.

swissT.net Mitgliedergewinnungs-Aktion 2019

An seinem Workshop vom September hat der Zentralvorstand eine Mitgliedergewinnungs-Aktion beschlossen und will damit die Anstrengungen der bestehenden Mitglieder unterstützen.

Zusätzliche Mitglieder im Verband oder in den Sektionen sind herzlich willkommen, verbreitern diese doch unsere Basis, schaffen mehr Relevanz für den Verband und für die Sektionen als Branchenvertreter. Sie tragen dazu bei, die Marktstatistik genauer zu erheben und unterstützen nicht zuletzt die Finanzierung der vielen Aktivitäten des swissT.net.

Rolf Baumann, vielen bestens als ehemaliger, engagierter Sektionspräsident bekannt, wird dazu als Projektleiter eingesetzt. Dabei werden zwei Hauptstossrichtungen verfolgt: Zum einen sollen Firmen, die an der SINDEX als Aussteller vertreten waren, aber nicht zum Verband gehören, gezielt angesprochen werden. Zum anderen sollen unseren Mitgliedern verschiedene Instrumente angeboten werden, welche die Gewinnung unterstützen können. Denn eines ist klar: Neue Mitglieder werden am besten durch bestehende Mitglieder gewonnen.

 

  • Neue Mitglieder erhalten einen einmaligen Rabatt von 30 % auf den Beitrag für 2019
  • Sie bezahlen keine Eintrittsgebühr
  • Die Vermittlung von einem Neumitglied durch bestehende Mitglieder wird mit einer Gutschrift belohnt
  • Ein Flyer mit allen Fakten ist online und als Printversion in der Geschäftsstelle verfügbar
  • Die Aktion läuft ab Dezember 2018 bis Ende Juni 2019
  • Projektleiter ist Rolf Baumann, rolf.baumann@swisst.net

www.swisst.net/mitglied-werden